Montag, 16. Juni 2014

Aufregung im Hause Moto - Minya

Es ist Montag Morgen in aller Herrgottsfrühe und ich hasse so etwas. Ich stehe im Bad vorm Spiegel und versuche mit flottem Schwung einen Lidstrich hin zu bekommen. Aber mit flott ist nicht viel und der Strich erinnert eher an ein Seismographenblatt aus Tokyo. 
Der Kalender zeigt den 16.06.2014 und heute ist Theorie Prüfung. Um 07.45 Uhr habe ich mich beim TÜV in Hechtsheim einzufinden. Angedenk der Uhrzeit und des Wochentages fahre ich unheimlich früh los. Zu früh, wie sich herausstellt. Ich kann dann schließlich noch eine gute halbe Stunde warten, bis sich etwas tut. Ich nutze die Zeit mit dem iPad und der Fahrschul - App und warte auf die anderen, die langsam auch eintröpfeln.
Bei den Übungen habe ich fast keine Fehler gemacht, und wenn, dann bin ich bei ganz blöden Sachen hängengeblieben. Alles in allem sind es in erster Linie Flüchtigkeitsfehler gewesen. Als ich bei Claudia in der Fahrschule dann zwei - drei Bögen probehalber ausgefüllt habe, habe ich nur einen einzigen Fehler gemacht und der geht auch auf das Konto Flüchtigkeit. Man muss die Formulierungen mehrmals lesen, denn sie sind zum Teil so blöde verfasst, daß man da etwas überlesen kann, oder dann Sachen, die man als ganz normal und selbstverständlich ansieht, nicht ankreuzt.

Man sieht auf dem Bild einen stehenden LKW an einer Kreuzung und soll ankreuzen "Der LKW wird anhalten".
                                                             Gut, machen wir...

Eigentlich brauche ich keine Angst zu haben, ich fahre seit ewigen Zeiten Auto und ich habe auch keine Punkte in Flensburg, aber ich hasse Prüfungen. Mit Prüfungen kann ich nicht.
Um kurz vor acht wird also das Gebäude aufgeschlossen und wir werden in den ersten Stock gebeten. Das Händi habe ich vorsorglich im Auto gelassen, schon damit es nicht irgendwann anfängt zu klingeln. Denn dann ist es mit der Konzentration Essig und das gilt es zu verhindern. Mit in den Prüfungsraum kann ich es ohnehin nicht nehmen, also was soll ich damit. Wir geben unseren Personalausweis ab und unterschreiben etwas und warten. In der Zwischenzeit fährt der Prüfer die Rechner hoch und kontrolliert sie. Claudia ist auch da und versucht uns bei Laune zu halten. Dann endlich ist es so weit. Ich werde aufgerufen, komme in den Raum und mir wird ein Platz zugewiesen. Auf dem Rechnerbildschirm steht mein Name und eine kurze Anleitung. Die verliest, als wir alle sitzen, der Prüfer noch mal und dann geht es los. Ich habe PUDDING im Kopf. Es gelingt mir, mich zusammenzureißen und ich fülle meinen Bogen aus. Es sind Fragen, die ich kenne (klar, ich habe in der App alle durchgemacht und auch alle schon mal richtig beantwortet...), nur bei einer komme ich ins Stocken. Kann ich mein Motorrad auch an eine Hausmauer oder einen Laternenpfahl lehnen? Huch... Öhm, wenn der Ständer kaputt ist? Why not? Soll ich mit dem Motorradl an der Hand die Nacht über draussen stehen, bis die Werkstatt aufsperrt? Ich mache mein Kreuz.
Klar. Ich habe zu lange überlegt. Natürlich darf ich das Motorrad nicht irgendwo anlehnen. (was im Falle des Defektes ist, hat man bis heute nicht geklärt. Vielleicht fahren echte Motorradfahrer dann so lange weiter bis der Tank leer ist, oder die Werkstatt aufmacht.) Das ist aber mein einziger Fehler. Ich bin als erste fertig, habe bestanden und darf gehen.  - Uff!-
Claudia freut sich mindestens so sehr wie ich und wir fallen uns vor der Tür um den Hals.
Jetzt fahre ich erst mal nach Hause und frühstücke vernünftig...


Kommentare:

  1. Hahaaa! Ich hatte meine Theorie-Prüfung um 14.00 Uhr nachmittags. Natürlich bin ich den ganzen Vormittag - anstatt zu arbeiten - die Fragen noch einmal durchgegangen und habe fast alle Übungsbögen falsch beantwortet. Den Test habe ich dann in 5 Minuten ausgefüllt und hatte 0 Fehler. So viel zum Pudding im Kopf. Am Ende wird dann alles gut. Über die Frage mit dem defekten Ständer habe ich mir übrigens auch wochenlang den Kopf zerbrochen ;-)

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    1. Wenn die Theorie - Prüfung um 14:00 Uhr gewesen wäre, ich wäre vermutlich in der Zwischenzeit an sonstwas gestorben. Das war schon gut, daß ich da frisch morgens hin musste und danach der Tag ruhig verlaufen konnte.

      Am Supermarkt habe ich neulich übrigens ein Bike an die Wand gelehnt gesehen. Das hatte gar keinen Ständer. Die Schöpfer dieser Fragen sollten mal den Realitätscheck machen...
      :)

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  2. Ich wäre bei einem Nachmittagstermin auch gestorben. Aber GsD bietet der TÜV bei uns generell nur Vormittagstermine an.

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    1. Ich glaube, bei unserem TÜV ist es genauso. Ich habe zumindest noch von keinem Nachmittag - oder Abendtermin dort gehört. Aber, als ich den Autoführerschein gemacht habe, da musste ich abends antanzen. Irgendwo am anderen Ende der Stadt.

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