Freitag, 11. Juli 2014

Take off...!

Als ich gerade die Taste am Toaster drücke geht das Telefon. Der freundliche Tullius aus Schierstein ist am Rohr. "Deine Maschine ist jetzt da, die Jungs unten machen sie gerade fertig, die liegen in den letzten Zügen, zugelassen ist sie bereits, also kannst Du sie gegen drei abholen." HEEEYYY!!! Super! Gegen drei passt prima, da habe ich noch Gelegenheit etwas zu warten ob der Tag noch etwas anderes bringen könnte. Ich schaue auf mein Händi, da habe ich die DB App drauf - ein echtes Wunderding. Ich gebe das Ziel ein und die gewünschte Ankunftszeit und - schwups - zeigt mir das Ding an, welchen Bus ich wann nehmen muss. Wenn ich um viertel vor zwei aus dem Haus gehe, dann werde ich um eine Minute nach drei in Schierstein sein. Das passt doch.
Ich stehe zur rechten Zeit an der Bushaltestelle, der Bus kommt und los geht die Fahrt. Meine Motorradjacke, die Handschuhe und den Nierengurt habe ich im Rucksack, den Helm in seinem Beutel und ich selbst habe nur eine dünne Jacke drübergezogen, ich sehe eher aus, als würde ich ins Sportstudio fahren. An der Universität steige ich um und muss etwas rennen, denn da steht schon mein Anschlussbus an der Ampel. Das Rennen mit Motorradstiefeln sollte man lassen. Mir tut den Rest des Tages mein rechter Fuß weh, da habe ich ohnehin so ein Problem mit zwei Zehen... Der Stadtbus fährt eine Route, die vermutlich der eines flüchtenden Hasen nachempfunden worden ist. Es geht zickzack durch Mombach und dann auf sehr kreative Weise durch die Ausläufer von Biebrich und Schierstein. Als ich denke, nun sind wir aber gleich da, hat der Bus noch einen schönen Schlenker parat.
Von der Haltestelle ist es dann nicht weit, drei mal lang hinfallen und ich bin da.

Wie ich auf die Tür zugehe sehe ich sie schon:

WOW!! Einfach toll.... Zum niederknien. Ich kann es gar nicht mehr erwarten. Ich mache eine Runde um sie und streichele sie am Gepäckträger. (die mögen das...)
Mein Verkäufer kommt und wir regeln die Dinge, die mich noch von meinem Motorrad trennen.
Ich bekomme die Dinge erklärt, die ich wissen muss, zum Beispiel, wie gehe ich mit dem Hauptständer um - ich bin ja ein vollkommenes Greenhorn - und dann schiebt er sie mir vor die Tür.

                                       Voila! Moto - Minya und Gesa vor ihrer ersten Ausfahrt.

Ich tüddel mich an und setze mich auf die Maschine. Den Zündschlüssel rein, drehen und den Knopf gedrückt - Brooamm!! Wahnsinn! Seidenweich, aber doch kernig läuft der Motor. Wir fahren los. Klasse!
Erst mal geht es an die Shell Tankstelle in Schierstein und es gibt einen ordentlichen Schluck von dem guten. Zur Feier des Tages. Als ich bezahlt habe und aus dem Kassenhäuschen komme, kommt ein weiteres Motorrad auf die Tanke eingebogen. Eine alte Suzuki Gs wie sich herausstellt. Die Besitzerin ist die Präsidentin eines Frauenmotorradclubs "Die Töchter der Anarchie" , freut sich eine motorradfahrende Frau zu sehen und lädt mich ein morgen aufs Schiersteiner Hafenfest zu kommen, da hätten sie einen Stand. Danke für das Angebot, ich werde mal schauen, ob und wie ich das hinbekomme...

Danach geht es dann durch Biebrich, am Rhein entlang und über die Theodor Heuss Brücke nach Mainz. Dort hole ich noch vom Fachlabor einen Film ab. Ich parke dazu ganz lässig auf dem Fußweg. Die Motorradlqueen gibt sich die Ehre...
Gesa und ich wenden danach und fahren in Richtung Mombach, dann weiter über Heidesheim nach Ingelheim. Was als einziges etwas blöd ist, ist daß ich mitten im Berufsverkehr stecke. Also Autos wohin das Auge blickt. In Ingelheim habe ich an einer Ampel die Gelegenheit festzustellen, daß die automatische Blinkerabschaltung tatsächlich funktioniert.
Dann geht es durch Gau Algesheim und danach biege ich dann ab, in Richtung Ober Hilbersheim. Auf der Strecke habe ich dann tatsächlich etwas Ruhe und es ist eine herrliche Fahrt. Es geht durch die ganzen kleinen Dörfer und durch schönste Landschaft. Eigentlich hatte ich gedacht dann über Jugenheim nach Hause zu fahren, aber da ist ja die Baustelle, das hatte ich gestern gesehen. Also fahre ich weiter bis es nach Partenheim geht. Warum soll ich jetzt hier schon abfahren? Seh ich gar nicht ein! Wir sind jung und schön und das Wetter tut auch was es kann, also weiter! Gesa und ich huschen durch die schöne Allee und ich bin höchst zufrieden. Was für ein würdiger Moment!
Hinter Wörrstadt biege ich dann ab und fahre über Saulheim nach Nieder Olm. Jeutzt geht es doch nach Hause, im Rheingau sieht es nach Regen aus.

Wie ich dann zu Hause bin, scheint aber noch die schönste Sonne und ich flitze nur schnell hinein um eine vernünftige Kamera zu holen.

               Donner! Was für eine Farbe! In der Sonne glänzt sie fast wie Gold. Sagenhaft!


Es tut mir richtig leid, als ich sie letztlich doch in die Garage bringe. Aber keine Bange, es ist nicht für lange... :)



Kommentare:

  1. Hei Minya, Glückwunsch und allzeit gute Fahrt, sei vorsichtig und immer gut Uff Passe! Lg Stefan

    AntwortenLöschen
  2. Herzlichen Glückwunsch zum Schein und zum Mopped! Dann kann das Abenteuer ja los gehen. Immer schön oben bleiben, Minya. Ich hoffe, es gibt hier bald Tourenberichte und neidisch machende Bilder... LG SonjaM

    AntwortenLöschen
  3. Herzlichen Glückwunsch zur Goldie-Mary :-)
    Immer dran denken: für andere mitdenken ... Allzeit gute Fahrt, Minya!

    AntwortenLöschen
  4. Jetzt, wo ich Gesa im Original gesehen habe, muss ich sagen das Ihre Farbe noch viel eleganter ist als auf den Fotos. Gefällt mir sehr gut. 👍🏻

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dieser Farbe war ich von Anfang an verfallen. Auch wenn ich sonst nicht so sehr auf braun stehe. Aber davon habe ich tatsächlich geträumt gehabt. Und das tolle, die Farbe sieht immer irgendwie anders aus.

      Löschen