Ich suche mir den kürzesten Weg auf die B 41 und gebe Gas. Die neuen Reifen singen unter mir, Gesa läuft unbeeindruckt geradeaus. An Bad Kreuznach vorbei geht es weiter in Richtung Hunsrück. An Bad Sobernheim und Kirn vorbei erreiche ich Idar Oberstein praktisch pünktlich. Wir haben uns am Bahnhof verabredet, den kenne ich, da weiß ich wo der ist. Idar Oberstein hat es vor ein paar Jahrzehnten zum Höhepunkt des Betonrausches geschafft, den Fluß Nahe, der durch Oberstein sich schlängelt, mit einer vierspurigen Strasse zu überbauen. Das Stadtbild hat ein bisserl gelitten unter der Maßnahme, ich aber schöpfe den Vorteil für mich voll aus und gleite ungehemmt bis zur Abfahrt zum Bahnhof.
Dort wartet schon Griesgram999 mit seiner #Hippe auf mich und Gesa.
Griesie ist noch nicht lange da und schaut sich auch noch um, wo er da gelandet ist. Nach einer kurzen Begrüßung ("Ein Klapphelm, wie süß!") stellen wir fest, daß wir anscheinend in einer Parkhausausfahrt stehen und suchen uns in Idar ein Café, in dem man draußen sitzen kann und klönen. Wir kennen uns beide nicht so recht aus, aber finden anscheinend zielstrebig das einzige Café, das es dort gibt, in der romanitschen Umgebung eines sechziger/siebziger Jahre Hochhauses. Hinter dem Kreisel davor lauert die Kieberei, aber von uns wollen sie nichts und so schlängeln wir uns hinter ihnen durch auf einen Parkplatz.
Eine gute Stunde sitzen wir bei Kaffee und Kuchen (ich) und klönen und lachen. Dann hält es uns aber nicht mehr am Sitz: "lass uns doch ne Runde fahren!". Und bald schon meandern wir uns aus Idar heraus ins freie Umland. Es gibt viele herrliche kleine Strassen hier und wir schwingen fröhlich durchs Grüne. Irgendwann überholt Griesie mich und bedeutet mir anzuhalten. Was ist los? "Da hinten war ein schnurgerader Schotterweg! Und da stand nichts von wegen Verboten! Hast Lust?" - Na, klar! Also reißen wir die Maschinen rum und sprinten das kurze Stück zurück. Griesie fährt voran. "Bist Du schon mal Schotter gefahren?" - Nö... "OK, ist wie Strasse, nur beim Bremsen und in der Kurve musst etwas vorsichtig sein!" Kein Ding! Machen wir!
Schotterweg? Lust? Klar!
Also los! Mit kleiner Staubfahne wehen wir den Weg empor und biegen tiefer in den Wald hinein. Die neuen Reifen bekommen gleich ihre erste Probe in dem für sie vorgesehenen Terrain. An einer Wegkreuzung stoppen wir. "Bist Du schon im Stehen gefahren?" Na, ja, ein bisschen versucht... ööh. Er erklärt mir kurz die wesentlichen Dinge und schon geht es weiter, immer weiter, in den Tann. Teils im Stehen, teils im Sitzen fahren wir herrliche trockene Wege und genießen die schöne Sonne und die herrliche Luft. Wieder bleiben wir an einer Kreuzung stehen. Er zeigt auf einen Weg, der rechts abgeht und ziemlich grün aussieht. Es wird bergan gehen. "Und, wie sieht es damit aus?" Na, ja, ich weiß nicht. Aber lass es uns probieren. "Gut, fahr vor!" Mach ich. Und so geht es im Stehen über den grasigen Weg bergauf bis zu einem Plateau. Dort erblicke ich einen Menschen und stoppe. Der Wanderer scheint sich gar nicht um uns zu kümmern und verschwindet im Grün. Wir fahren noch ein paar Meter, bis eine Bank erscheint und stellen die Motorräder ab.
Ein paar Schritte weiter ist ein Aussichtspunkt, wir setzen uns auf die Bank und üben Manöverkritik.
"Fahr nur da hin, wo Du auch wieder zurück kommst!" mahnt er mich. Das sehe ich genau so, denn auch ich möchte abends gerne wieder heil nach Hause kommen.
Die Maschinen warten, als wir wiederkommen, noch brav auf uns und wir machen uns daran, sie umzudrehen. Seine #Hippe ist auf dem Ständer leicht zu wenden, aber mit meiner Gesa tun wir uns etwas schwer.
Auf dem Rückweg fährt er den Grasweg vor. Ich also hinterher. Im Stehen geht es den Hügel hinunter, ich habe mich etwas nach hinten gelehnt um das Vorderrad nicht zu sehr zu belasten und so komme ich gut unten an der Kreuzung an. Der Atem geht schwer, ich schwitze. Das kleine Stück hat es in sich gehabt. Adrinalin. Hammer!
Als wir nach einer Biegung Waldarbeiter erblicken, mit Traktor und Auto, sehen wir zu, daß wir wieder auf "normale" Strassen kommen. Nach ein paar Kilometern ist Hermeskeil erreicht und wir legen noch mal eine Pause ein.
Ein Milchshake später, als es langsam dunkel wird, beschließen wir nach Hause aufzubrechen.
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| Größenvergleich. 800ccm links, 250ccm rechts |
Heey! Was ein klasse Tag! Was habe ich heute schon wieder alles gelernt! Ein Geländemotorrad ist nicht nur für die Strasse da und Stollenreifen machen nicht nur einen schlanken Fuß! Und: die Leute auf der anderen Seite der Tastatur sind echt! Dankeschön dafür!
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| to be continued |










































