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Donnerstag, 3. März 2016

Modenschau Teil 1 - Sommer

Zumindest bei Frauen wird das ja als die Frage aller Fragen angenommen: Was ziehe ich an?? 

Eine Frage, die mich natürlich auch bewegt, insbesondere auch wenn es ums Motorrad fahren geht. Als ich mich vor zwei Jahren auf den Weg zum Führerschein für Motorräder gemacht habe, da stand für mich auch die Frage nach der entsprechenden Kleidung im Raume. Auf eine lange Soziakarriere konnte ich nicht zurückblicken, nicht mal auf eine kurze, und ich hatte auch keine Motorrad fahrenden Freunde. Kein Erfahrungsschatz. Trickkiste auf: leer. Was also tun? Nun, zunächst einmal zu den einschlägig Verdächtigen. Nachdem ich mir dort einen Überblick verschafft hatte, kam die Frage, was für Kleidung möchte ich? Sie sollte günstig sein, mir passen, vielleicht auch noch gefallen und sie sollte sicher sein. Was mir imponierte, das waren die leuchtgelben Sachen. Damit wird man sicher toll gesehen überall, und die Dosentreiber können sich nicht so schnelle rausreden. Wennschon selbstmörderischer Sport, dann wenigstens sicher. Bei meiner Suche nach Klamotten und Motorrad lief mir recht bald das Startangebot von BMW über den Weg. 1.000 Euro auf Motorradkleidung! Hey! "Billig" vielleicht nicht, aber wenigstens günstiger. Und die warben mit einer leuchtgelben Jacke. Wenige Tage später stand ich bei der Niederlassung in Dreieich auf der Matte. 
Was habe ich als Erstausstattung gekauft? Und taugt das was? Wie sieht es jetzt nach zwei Saisonen aus?

Eva, bitte Dein Auftritt!
Eva trägt eine "Jacke Air Shell". Leuchtgelb und für den Sommer besonders tauglich, weil sie über großzügige luftdurchlässige Netzflächen verfügt. 
An der Vorderseite hat sie zwei mit Reißverschlüssen verschließbare Taschen, die allerdings nicht wasserdicht sind. Dafür hat sie innen eine wasserdichte Tasche und im herausnehmbaren Futter noch eine weitere. 
Das Futter ist wind- und wasserdicht und wärmt durchaus etwas. Zumindest, solange man sich nicht unterhalb von, sagen wir mal, zwölf Grad Außentemperatur aufhält. Bis zu der Temperatur und noch etwas daraunter habe ich sie in der ersten Saison ausprobiert, wenn ich Freitags am Feldberg im Taunus war. Darunter wird es wirklich rasch frisch. Über eine seitliche Knöpfung kann man sie ihn der Weiter etwas regulieren. Die Jacke wird mit einem Rundum - Reißverschluss an der Hose befestigt. 
Im Sommer ist das Ding echt Bombe, man kann mit ihr, nur mit Top drunter, wunderbar fahren und man hat fast das Gefühl, nichts anzuhaben. 
Am Protektoren bringt sie einen großen Rückenprotektor mit, sowie Protektoren an Schulter und Ellenbogen.
Einen Nachteil hat sie allerdings, die Farbe bleicht rasch aus. Schon nach einer Saison sah das Ganze nicht mehr so richtig nach Neongelb aus. 
Ich trage sie in einer Herrengröße, weil bei den Damengrößen mir durchweg die Ärmel viel zu kurz waren. Bei den großen Damengrößen wuchs mit der Größe lediglich der Umfang. Ich hätte also locker einen Rucksack mit unter die Jacke nehmen können. Aber, das ist ja ein übliches Problem... 

Als Hose trägt Eva eine "Hose Tour Shell". Sie gehört eigentlich zu einem gleichnamigen Anzug, zu dem gab es aber 2014 keine Jacke, die mir gefallen hätte. Mittlerweile gibt es eine orangene Jacke, an der ich durchaus Freude haben könnte. 
Die Hose hat zwei, mit Reißverschlüssen geschützte, wasserdichte Taschen und kann durch Klettriegel in der Weite verstellt werden. Zudem bietet sie an den Beinen einen Reflexdruck. An den Beinen ist sie unten mit Reißverschlüssen versehen, damit man sie leichter über die Stiefel ziehen kann. Sie soll aus Drei- Lagen- Laminat bestehen und wasserdicht sein. 
Auf meiner Sauerlandreise hatte ich allerdings auf dem Rückweg Wassereinbruch am Achtersteven. Wo das Wasser nun durchgekommen ist, das lässt sich schwer feststellen. Es gibt noch die Möglichkeit, daß es die Beine hochgekrochen ist. 
Praktisch an ihr ist, daß sie praktisch nicht schmutzig wird, Staub und Dreck prallt einfach ab. 
Sie hat kein Innenfutter, sondern lediglich einen nicht herausnehmbaren Netzeinsatz. Das beschränkt sie etwas in ihrer Tauglichkeit für kalte Tage. 
Bei der Hose hat mir allerdings wieder eine Damengröße wunderbar gepasst. Sie ist bequem und bringt an Hüften und Knien großflächige Protektoren mit. 

Der Helm, den Eva uns nun vorführt, ist der "Systemhelm 6 Evo". Was macht den Kopfschutz zum Systemhelm? Nun, er kann mit einem Kommunikationssystem ausgestattet werden. 
Das Visier wird mit Pinlockscheibe geliefert und es rastet auf verschiedenen Stufen. Um in der unteren Position zu bleiben, braucht es keinen extra Riegel.
Wirklich beeindruckend ist das echt große Sichtfeld
Es ist ein Klapphelm, der vordere Teil kann nach Betätigung einer zentralen Taste nach oben geklappt werden. Dabei ist er nicht einfach nur mit einem simplen Scharnier angelenkt, sondern über eine komplexe Mechanik mit vier Gelenken. Dadurch sitzt der Vorderteil, nach oben geklappt, dichter an der Helmschale. Das kann ganz nett sein, wenn man mit offenem Helm - also ganz offenem Helm fahren möchte. Ansonsten ist es eher als Spielerei anzusehen.
Innen hat er ein sehr angenehmes Polster und der Verschluss drückt auch nicht auf den Kehlkopf. Komplettiert wird er mit einer integrierten Sonnenblende.
Typisch. Mein ganzer Pröl im Zimmer spiegelt sich im Sonnenvisier...
Warum habe ich mir einen Klapphelm ausgesucht? Musste ich mich nun nach einer gelben Jacke, mit einem Klappinger auf dem Schädel endgültig zum Löffel machen und der Lächerlichkeit Preis geben? Hätte nicht schon eines alleine gereicht? Oder war´s der Gedanke, daß wenn der Ruf schon ruiniert ist, es sich eh besser lebt? Ich habe irgendwie ein Problem mit den normalen Integralhelmen. Ich komme da fast nicht rein, bzw raus. Erst im letzten Sommer hatte bei der Tante Louise einen Adventurehelm aufprobiert - ein Desaster erster Kajüte. Ich hatte am Ende Angst, der Verkäufer würde gleich die Trennscheibe holen um ihn aufzuflexen, denn ich bekam ihn nicht wieder vom Kopf.

Als Stiefel hatte ich mir die "Stiefel Allround" ausgesucht. Die sind nicht zu klobig, nicht zu schwer und haben an ihrer Rückseite eine Reflexfläche. 
In der ersten Zeit haben sie mir auch gut gepasst, ich konnte damit laufen, fahren, alles. Nur, ich merkte auch schon in der Fahrschule immer wieder, daß sich mein rechter Fuß nicht mit ihm vertrug. Das ist ein Problem, das ich schon kenne, das hält mich von manchem Stiefel und Schuh fern, aber hier schien es noch beherrschbar. Aber als ich Gesa vom Händler abholte, bin ich unvorsichtigerweise von einem zum anderen Bus gerannt. Das hätte ich nicht tun dürfen. Danach war es mit den Stiefeln aus. Der Fuß hat nach kurzer Zeit so sehr gebrannt, daß ich nicht mehr fahren konnte. Denn ein Bremspedal konnte ich nicht mehr spüren vor Schmerz und wirklich entspannt fahren - ging nicht. So habe ich sie nach kurzer Zeit ausgesondert und durch andere ersetzt.
Die neuen waren auch wieder aus dem BMW Programm, allerdings ein Auslaufmodell. Das will nichts heißen, solange sie dicht gegen Wasser von außen sind. Es sind die "Stiefel Santiago". 
Neulich erst sauber gemacht und gut eingefettet. Nach einem Einsatz schon wieder dreckig...
Die sind nahezu perfekt für mich, ich kann damit gut fahren und gut laufen. So gut sogar, daß ich eine der beiden Stahlspitzen bereits durchgelaufen habe. (deshalb fehlt sie auf dem Bild. Ich bin aber gestern beim Händler gewesen und habe die Ersatzspitzen abgeholt.) Sie sind bequem, ich habe vorne ausreichend Platz, um keine Probleme zu bekommen und sie haben einen recht hohen Schaft. Wirkliche Cross- Stiefel sind sie freilich nicht. Sie sehen martialischer aus, als sie sind. Dafür sind sie tatsächlich wasserdicht.

Als Handschuhe der Erstausstattung habe ich mir die "Handschuhe Pro Summer" zugelegt. Wie der Name sagt, sind sie in erster Linie für den Sommer gedacht. Solange es nicht zu warm wird, stimmt das auch und man kann sie auch gut in der Übergangszeit noch tragen. Nur wenn das Thermometer unter zehn Grad fällt, dann ist Zeit für andere Handschuhe. 
Sie bestehen aus einem Leder- Textilmix, verfügen über eine Wischlippe am linken Zeigefinger und über Reflexflächen. An den Knöcheln sind sie mit einem Schaumstoff verstärkt. Sie sind auch halbwegs wasserdicht, allerdings sollte man sich keine Wunder erwarten. Ich trage sie ganz gerne, sie färben auch nicht großartig ab und sie sind recht leicht. 
Unnötig zu erwähnen, daß ich auch hierbei nicht die Damenausführung nehmen konnte, denn die geht nur bis Größe 8.
Als Handschuhe für die richtig warmen Tage habe ich mir nach kurzer Zeit die "Handschuhe Rallye" zugelegt. Die merkt man kaum an den Händen, wenn man sie trägt. Da geht der Fahrtwind herrlich leicht durch und es ist eine Freude, damit zu fahren. Wo der Fahrtwind herrlich leicht durchgeht, geht natürlich auch der Regen herrlich leicht durch. Damit muss man leben. 

Wie hat sich diese Erstausrüstung bewährt, die ich ohne irgendeine Ahnung zu haben, gekauft habe? Die Jacke ist wirklich klasse, wenn man im Sommer unterwegs ist. Das Futter ist im Handumdrehen herausgenommen, bzw. wieder hineingesetzt. Es wird mit Druckknöpfen und Laschen an der Jacke befestigt. In der Fahrschule war die Jacke der Hingucker und ich "durfte" als leuchtendes, positives Beispiel herhalten. Vermutlich wird Gerfried, mein Fahrlehrer, immer noch mich mit meiner Jacke als Vorbild nennen. 
Vom Schnitt und von der Machart her habe ich den Eindruck, die Jacke ist eher für Leute mit Roller gedacht, oder zumindest für solche, die hauptsächlich sich in der Stadt bewegen. Sie hat keine besonders großen Taschen, selbst ein Portemonnaie unterzubringen wird etwas pfriemelig. Wenn man mit ihr fährt, dann braucht man immer noch eine Unterbringungsmöglichkeit für den ganzen Kleinkram, den man halt dabeihaben muss. 
Die Hose ist sehr bequem und macht einen guten Eindruck. Auch wenn ich hier ebenfalls im Geiste Rollerfahrer am Werke sehe. Der Name mit "Tour" deutet allerdings auf eine anders gedachte Verwendung hin. Sie wird etwas durch ihr fehlendes Futter in ihrer Universalität gebremst. Gäbe es das noch dazu, die passende Jacke zum kompletten Anzug wäre mir fast sicher.
Mit dem Helm habe ich mich gut angefreundet, er lässt Luft herein, wenn er soll und er verschließt auch gut, wenn man nicht so viel (kalte) Frischluft haben möchte. Als etwas nachteilig sehe ich es allerdings, daß das Kinn recht dicht am Vorderteil sitzt und ich manchmal den Vorderteil mit dem Kinn berühren kann. Er ist recht leise, wenngleich lauter als ein Schuberth. Ohrenstöpsel sind ein Muss.
Vom Coolnessfaktor her betrachtet zieht meine ganze Erstausstattung keinen toten Hering vom Teller. Und den Sicherheitsfaktor? Den möchte ich lieber nicht erproben müssen. Es sind zwar gute Protektoren mitgeliefert und es gibt Sicherheitsnähte und besonders abriebfeste Fasern, aber letztlich bleibt es ein Textilanzug.

Freitag, 27. Juni 2014

Aufregung im Hause Moto - Minya Teil 2

Oh du liebe Güte, lass das bloß heute gut gehen...! Ein Stoßgebet geht an den Himmel. Heute ist praktische Prüfung. In der Magengegend ist etwas hartes, das sich anfühlt wie eine Eisenkugel. Habe ich eigentlich schon mal gesagt, das ich Prüfungen hasse? Ach ja...?
Um 15:30 soll ich dran sein. In den vergangenen zwei Tagen sind wir gefahren, am Dienstag hatte ich die drei Nachtfahrstunden, alle an einem Stück und gestern sind wir auch noch mal alles durchgegangen. Eigentlich kann nichts schief gehen. Eigentlich. Mein Angstgegner sind die Grundfahrübungen. Dienstag abend war es ganz katastrophal. Als wir runter zur Natorampe kommen, steht alles voll mit LKW. Das dürfen die eigentlich nicht, Schilder verbieten das, aber sie nächtigen trotzdem dort und scheren sich nicht groß um irgendwelche Blechtafeln auf Stöcken. Gerfried baut indes unbeirrt den Parcours auf und lässt mich in der Zwischenzeit Stop & Go üben. Einer der LKW hat die Fahrertüre offen und der Fahrer turnt da auch rum und raucht. Er denkt gar nicht daran, die Tür zu zu machen. Fietje aus Leer hat nun Fierobend und da gehört die offene Tür halt dazu. Gönn ich ihm ja, doof nur, daß ich direkt daneben meine Zirkusnummern machen soll. Also Abbremsen aus fünfzig, Slalom, mal mit dreißig, mal mit Schrittgeschwindigkeit, Ausweichen bei fünfzig und dann mit abbremsen auf dreißig. Ich fühle mich nicht sicher und nicht wohl und mir gelingen die Übungen darufhin auch nicht. Dazu kommt noch, daß in der Kehre feixende Flaschenkinder Jugendliche stehen, die sich über jedes Mal, das ich da vorbeikomme, tierisch freuen. Und am anderen Ende der Strecke eiern welche unbeholfen mit BMX Fahrrädern rum. Dann kommt noch eine weitere Fahrschule dazu und der Platz wird noch enger. Gerfried muss mich mehrmals auffordern und schickt mich immer wieder an den Start. Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, kann ich mich soweit zusammenreißen und mich und meinen Sicherheitsimpuls überwinden, daß mir die Übungen gelingen. Mit dem Rest der Nachtfahrt komme ich indes wieder sehr gut zurecht, das Fahren klappt ganz wunderbar, wir fahren etwas über Land und später, als es dann richtig dunkel wird, durch die Stadt. Es geht am Rhein entlang, durch die Neustadt, nach Gonsenheim (ich hatte mir Strassenbahnschienen gewünscht), durch Finthen und dann über den Lerchenberg zurück. Dabei geht es auch ein Stück durch den Wald und ich sehe, daß das Licht am Motorad nur unwesentlich mehr ist, als das Licht am Fahrrad.
Mittwoch läuft es dann schon besser mit den Grundübungen, auch wenn ich durch das Erlebnis vom Vorabend immer noch etwas verunsichert bin. Insbesondere mit Hinblick auf das was heute kommt.


Um 15:00 komme ich in die Fahrschule. Die Motorräder sind da, aber keine Autos. Sie sind also unterwegs. Als ich ins Büro komme, sitzt da noch ein weiterer Motorradprüfling und wartet auf seine A2 Prüfung. 15:30 wird also nicht so ohne weiteres zu halten sein... Ich habe Aprikosen mitgebracht von Manuela und stelle sie zur allgemeinen Verfügung auf den Tisch. Nun beginnt das Warten. Ich bin schon in Motorradklamotten zur Fahrschule gekommen und habe meine "normalen" Sachen für später im Auto. Ich muss also vorher nichts mehr machen. Um zwanzig vor vier kommen dann Gefried und der Prüfer rein. Nun geht es erst mal für den anderen Kandidaten los. Ich wünsche ihm viel Glück.
Claudias Mutter hat heute Dienst im Büro und sie bietet mir einen Kaffee an und ein Stückchen Kuchen, was ich beides gerne annehme. Der Kaffee tut sehr gut und das Essen verkürzt die Warterei. Schließlich ist es bald halb fünf und es geht endlich los. Hoffentlich fragt der Prüfer mich nicht nach meinem Namen...
Bei der Abfahrtkontrolle stehe ich da wie die Kuh vorm neuen Tor und versuche das Licht am Motorrad an zu bekommen. Sonnabend habe ich, als das Thema der Theorie war, praktisch den Unterricht gehalten, ich weiß also genau wie es geht. Irgendwann kommt mir der rettende Gedanke, mach doch einfach den Motor an, dann muss es leuchten. Und siehe da...
Danach geht es dann und ich rede keinen großen Blödsinn mehr zusammen, der Prüfer hilft mir sogar, indem er zum Prüfen des Bremslichtes auf das Fußbremspedal tritt. Er scheint zufrieden und wir können losfahren. Ich setze den Helm auf, ziehe die Handschuhe an und schwinge mich auf die Maschine. Als der Motor läuft wird mein Puls etwas ruhiger. Ich denke beim vom - Hof  - fahren an das was Gerfried mir gesagt hatte und es geht hinunter zur Hauptstrasse. Dort wartet an der Ampel noch eine andere Fahrschule mit Motorradfahrer. Ich stelle mich hinten an. Wie sich herausstellt, sind sie auch auf dem Weg zur Natorampe, das ist so eine Art Pilgerstätte für Fahrschulen, denn dort ist man vom normalen Verkehr weitgehend unbehelligt. (so ziemlich... siehe oben) Durch die vor mir fahrende Fahrschule werden von mir keine großen Kunststücke auf dem Weg dort hin erwartet, dazu kommt, daß vor der Autobahn eine Baustelle eingerichtet ist, mit Fahrbahnverengung und somit ich auch nicht überholen kann.
An der Natorampe halte ich also an, wie mir vorher geheißen wurde und warte auf die weiteren Komandos. Gerfried baut den Parcours auf und ich soll derweil Stop & Go machen, dabei ist es wichtig, daß man jeweils zwei mal mit dem rechten Fuß zuerst den Boden erreicht, und zwei Mal mit dem Linken zuerst. Das soll zeigen, daß man die nötige Koordination besitzt. Das klappt, daraufhin die Gefahrenbremsung aus fünfzig Km/h. Das verläuft auch zur Zufriedenheit, dann der Slalom - auch der geht ganz gut und auch mit Schrittgeschwindigkeit räume ich nichts ab. Jetzt das Ausweichen. Ich nehme mich noch mal ganz zusammen und es klappt. Beide Male. Der Prüfer schaut zufrieden und meint, wir wollten jetzt noch ein wenig fahren. Also geht es los, auf die B9, Richtung Oppenheim, dann in Bodenheim ab, durchs Industriegebiet (Gruß an meine Optikerin), unter der Bahn durch (heute steht da kein anderes Auto), dann links, dann rechts und durch Bodenheim durch. An einer Fußgängerampel, die in einer kleinen Steigung liegt, muss ich anhalten. Das wieder anfahren klappt und dann geht es weiter nach Gau Bischofsheim. Jetzt fällt der Stress von mir ab. Ich fahre gelöst über die Hügel und durch die Kurven und dann auch ganz locker durch Gau Bischofsheim. Dann geht es auf die Rheinhessenstrasse zurück nach Mainz. Uns entgegen kommen hunderte von Autos. Kommen ist zu viel gesagt, sie stehen uns entgegen. Die wollen alle um sechse zu Hause sein, wenn das Deutschlandspiel ist. Das wird aber nichts mehr werden... Wir biegen ab und fahren zum TÜV. Auch auf dem Weg dorthin stehen noch die Autos. Als man mich auf dem TÜV Gelände anhalten lässt, ist die Spannung groß. Ich klappe den Helm hoch und ziehe die Handschuhe aus.- Der Prüfer kommt auf mich zu, reicht mir fröhlich die Hand und sagt: Ich kann Ihnen gratulieren!
ICH HABE ES GESCHAFFT!!!!









Montag, 16. Juni 2014

Aufregung im Hause Moto - Minya

Es ist Montag Morgen in aller Herrgottsfrühe und ich hasse so etwas. Ich stehe im Bad vorm Spiegel und versuche mit flottem Schwung einen Lidstrich hin zu bekommen. Aber mit flott ist nicht viel und der Strich erinnert eher an ein Seismographenblatt aus Tokyo. 
Der Kalender zeigt den 16.06.2014 und heute ist Theorie Prüfung. Um 07.45 Uhr habe ich mich beim TÜV in Hechtsheim einzufinden. Angedenk der Uhrzeit und des Wochentages fahre ich unheimlich früh los. Zu früh, wie sich herausstellt. Ich kann dann schließlich noch eine gute halbe Stunde warten, bis sich etwas tut. Ich nutze die Zeit mit dem iPad und der Fahrschul - App und warte auf die anderen, die langsam auch eintröpfeln.
Bei den Übungen habe ich fast keine Fehler gemacht, und wenn, dann bin ich bei ganz blöden Sachen hängengeblieben. Alles in allem sind es in erster Linie Flüchtigkeitsfehler gewesen. Als ich bei Claudia in der Fahrschule dann zwei - drei Bögen probehalber ausgefüllt habe, habe ich nur einen einzigen Fehler gemacht und der geht auch auf das Konto Flüchtigkeit. Man muss die Formulierungen mehrmals lesen, denn sie sind zum Teil so blöde verfasst, daß man da etwas überlesen kann, oder dann Sachen, die man als ganz normal und selbstverständlich ansieht, nicht ankreuzt.

Man sieht auf dem Bild einen stehenden LKW an einer Kreuzung und soll ankreuzen "Der LKW wird anhalten".
                                                             Gut, machen wir...

Eigentlich brauche ich keine Angst zu haben, ich fahre seit ewigen Zeiten Auto und ich habe auch keine Punkte in Flensburg, aber ich hasse Prüfungen. Mit Prüfungen kann ich nicht.
Um kurz vor acht wird also das Gebäude aufgeschlossen und wir werden in den ersten Stock gebeten. Das Händi habe ich vorsorglich im Auto gelassen, schon damit es nicht irgendwann anfängt zu klingeln. Denn dann ist es mit der Konzentration Essig und das gilt es zu verhindern. Mit in den Prüfungsraum kann ich es ohnehin nicht nehmen, also was soll ich damit. Wir geben unseren Personalausweis ab und unterschreiben etwas und warten. In der Zwischenzeit fährt der Prüfer die Rechner hoch und kontrolliert sie. Claudia ist auch da und versucht uns bei Laune zu halten. Dann endlich ist es so weit. Ich werde aufgerufen, komme in den Raum und mir wird ein Platz zugewiesen. Auf dem Rechnerbildschirm steht mein Name und eine kurze Anleitung. Die verliest, als wir alle sitzen, der Prüfer noch mal und dann geht es los. Ich habe PUDDING im Kopf. Es gelingt mir, mich zusammenzureißen und ich fülle meinen Bogen aus. Es sind Fragen, die ich kenne (klar, ich habe in der App alle durchgemacht und auch alle schon mal richtig beantwortet...), nur bei einer komme ich ins Stocken. Kann ich mein Motorrad auch an eine Hausmauer oder einen Laternenpfahl lehnen? Huch... Öhm, wenn der Ständer kaputt ist? Why not? Soll ich mit dem Motorradl an der Hand die Nacht über draussen stehen, bis die Werkstatt aufsperrt? Ich mache mein Kreuz.
Klar. Ich habe zu lange überlegt. Natürlich darf ich das Motorrad nicht irgendwo anlehnen. (was im Falle des Defektes ist, hat man bis heute nicht geklärt. Vielleicht fahren echte Motorradfahrer dann so lange weiter bis der Tank leer ist, oder die Werkstatt aufmacht.) Das ist aber mein einziger Fehler. Ich bin als erste fertig, habe bestanden und darf gehen.  - Uff!-
Claudia freut sich mindestens so sehr wie ich und wir fallen uns vor der Tür um den Hals.
Jetzt fahre ich erst mal nach Hause und frühstücke vernünftig...


Sonntag, 1. Juni 2014

Das Abenteuer beginnt... Teil 2

Theorie habe ich nun schon ein paar Mal besucht, ( ich brauche insgesamt zehn Stunden, vier mit dem Stoff für Motorrad, also Klasse A und sechs mit dem Stoff von Klasse B. Da ich schon lange einen "normalen" Führerschein habe, brauche ich nur so wenige Stunden als Pflicht zu besuchen ) als ich endlich praktische Fahrstunden buche. Claudia gibt mir einen Zettel mit meinen ersten drei Terminen. Am Dienstag, dem 27.05. um 14:00 Uhr wird es also ernst werden.
Es ist kühl an dem Tag und trübe, als ich viel zu früh in die Fahrschule komme. Ich ziehe mich um und warte daß Gerfried, mein Fahrlehrer, kommt. Ich versuche meine Aufregung zu überspielen und lese noch etwas in den Magazinen, die auf dem Tisch liegen. Endlich kommt Gerfried, er war noch mit einem anderen Fahrschüler unterwegs gewesen und wir gehen hinaus zu den Maschinen. Für die erste Stunde nehmen wir allerdings noch nicht die "große", sondern die für den A2 Führerschein. Es ist eine Honda CB 500 X. Sie steht, klein und weiß, vor dem Schuppen und Gerfried erklärt mir erst mal die wichtigsten Dinge, die zu beachten sind. Dann geht es zur ersten praktischen Übung. Er fährt die Maschine an einen Bordstein und macht mir vor, was ich gleich nachmachen soll. Ich soll anfahren und dann, wenn die Maschine den Widerstand des Bordsteines überwunden hat und aufklettert, rasch umgreifen und sie mit der Vorderradbremse festhalten. Also schön... Daß das nicht auf Anhieb klappt, ist klar, aber es klappt nach ein paar Mal üben schon ganz gut und er meint, wir sollten nun runter zur "Natorampe" fahren. (Das ist ein gepflasterter Platz am Rhein, an dem im Ernstfall, wenn die Brücken nicht benutzbar sein sollten, eine Fähre oder eine Pontonverbindung gedacht ist. Das gleiche gibt es auf der gegenüberliegenden Rheinseite auch und es ist vermutlich ein Relikt aus den Tagen des kalten Krieges.) Ich schlucke. Wie soll ich denn da hinunterkommen? Die Lösung ist natürlich kindereinfach, ich soll mich hinten drauf setzen und er fährt die Maschine runter. - Puh! -
Auf der Fahrt versuche ich mir zu merken was nur geht, wie schaltet er, wie gibt er Gas, wie biegt er ab und so weiter, aber es geht alles so fix, daß ich nur große Augen mache. Zwischendrin schaue ich immer wieder auf den Tacho - oh, wir fahren fast hundert - und dann sind wir auch schon da. Ich soll nun also üben langsam anzufahren und dann wieder anzuhalten. Danach dann kann ich schon ein paar Meter alleine fahren und soll nun schalten und sowas alles. Wie ich das hinbekomme ist mir schleierhaft, aber es funktioniert. Die Doppelstunde ist viel zu schnell vorbei und wir fahren wieder hoch zur Fahrschule. Ich bin vollkommen naß geschwitzt und fahre fix und fertig nach Hause.
Am Freitag steht dann schon die zweite Stunde auf dem Plan. Ich erscheine wieder einiges zu früh und ziehe mich um. Als wir dann los zur Maschine laufen fragt mich Gerfried, ob ich heute schon alleine runter zur Natorampe fahre. - Bitte??- Ich schaue verblüfft (und bins auch) - wenn Du meinst? "Das schaffst Du!" meint er und ich bewundere sein Zutrauen. Also machen wir uns fertig und ich schwinge mich locker auf die Maschine. Anlassen - wo war das noch... Wir rollen vom Hof und langsam runter an die Hauptstrasse. Das habe ich schon mal geschafft. Wir biegen ab und beschleunigen. Oh mein Gott! Ich fahre fünfzig!! Was wird denn, wenn wir auf die B9 kommen? schießt es mir durch den Kopf. - da gibt es noch eine Abfahrt eher, da muss man durch Laubenheim fahren - kommt es mir in den Sinn. Ich bin beruhigt. Und tatsächlich, wir biegen dort ab und es geht in einer langen Kurve hinunter unter der Autobahn durch. Du lieeebe Güte!! Was ist diese Kurve eng! Mir wird ganz anders. (als wir ein paar Tage später wieder dort lang fahren, suche ich wo diese wahnsinnig enge, wahnsinnig abschüssige Kurve war und kann sie nicht finden. Die Enge hatte ich mir nur eingebildet...) Ich bin heils froh als wir durch Laubenheim gefahren sind und endlich an der Rampe sind. Ich atme auf. Heute baut Gerfried einen Parcours aus kleinen  Hütchen auf, ich soll üben Slalom zu fahren und zu bremsen und und und.
Der Rückweg zur Fahrschule später klappt schon viel besser und schaffe es auch besser mich zur Ruhe zu bringen. Ich versuche durch Beobachten herauszufinden wann Gerfried schaltet und wann er herunterschaltet. Aber ich kann es nicht erkennen. Sollte das so schnell gehen? Ich kann es gar nicht glauben. Später dämmert mir, er hat eine von den Hondas mit dem Doppelkupplungsgetriebe und schaltet gar nicht. Zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Da kann ich ja auch nichts sehen.

Am Tag drauf, dem Sonnabend ist es dann soweit, heute soll ich die "große" Maschine nehmen. Das ist die BMW F 650 GS, mit dem Zweizylindermotor und 71 Ps. Was ein Sound! Ich bin schwer beeindruckt. Ich komme mit der Maschine auf Anhieb prima zurecht und wir fahren runter. Diesmal fährt er mit dem Auto vorweg und dirigiert mich über das Funkgerät. Das Fahren der Grundfahrübungen ist mit dieser schwereren Maschine schon etwas anderes, aber es läuft ganz gut. In der zweiten Hälfte der Doppelstunde fahren wir dann über Land. Ich soll auch mal etwas Geschwindigkeit drauf bekommen und so fahren wir auf die B9 in Richtung Oppenheim. Die Strasse ist vierspurig ausgebaut und auf hundert begrenzt. Er sagt über Funk, ich solle nur so schnell fahren wie ich es mir zutraute, er würde seine Geschwindigkeit daran anpassen. Nach der Auffahrt gebe ich mutig Gas. Siebzig, achtzig, neunzig - viel weiter traue ich mich doch noch nicht. Meine Güte! Ich sitze auf einem einspurigen Fahrzeug, steuere es sogar, das mit neunzig Sachen dahinsaust! Mit dem Fahrrad bin ich bislang höchstens mal dreißig gefahren. Irr! Ich drehe das Gas weiter auf. Hundert!! Ich habe das Gefühl, der Fahrtwind pustet mich fast von der Maschine! Wir fahren in Bodenheim ab und über Funk bekomme ich Hinweise worauf ich achten muss und er gibt mir Tips, wie ich am besten fahren soll. Dann durch das Industriegebiet von Bodenheim und schließlich unter der Bahn durch. Ich kenne die Strecke, wir sind schon an meiner Optikerin vorbeigekommen. Ich weiß, daß es ziemlich eng ist in der Bahnunterführung und daß es am Ende ziemlich steil ist. Shocking!! Da stehen Autos am Ende der Steigung und warten darauf auf die Hauptstrasse zu kommen. Ich muss in der Steigung stehenbleiben. Was nun? Gerfried fährt los und biegt rechts ab. Habedehre! Nun steh ich da und hinter mir ein riesen BMW SUV. Also Fuß auf die Fußbremse. Gas geben, Kupplung kommen lassen - - aus - . Bremsen. Durchatmen-. Mir kommt das wie eine Ewigkeit vor. Maschine wieder an und noch mal. Ich beuge mich tief über den Lenker. Ich bin wild entschlossen da hoch zu kommen und ich bin genauso wild entschlossen nicht in Galeriestellung da aus der Unterführung auf die Hauptstrasse geschossen zu kommen. Es klappt!! Ich muss oben aufpassen, da ist ein Fahrradweg und dann die Strasse. Also anhalten, blinken nicht vergessen, da drüben steht das Fahrschulauto, umschauen und los. Ich schwitze. Und vor dem Kreisverkehr, der da gleich kommt, schalte ich mir erst mal sonstwas zusammen. Aber ich habe es geschafft alleine aus dieser Unterführung herauszukommen. In Laubenheim biegen wir ab in Richtung Hechtsheim, es geht über die Laubenheimer Höhe. WOW! Das ist es! SO habe ich mir das vorgestellt!! Ich fühle mich wie die Motorradqueen persönlich! Sagenhaft! Es ist zwar nur ein siebziger dort, aber es scheint die Sonne, es geht kommod über Land - ich bin tief zufrieden.



Vom Bass spielen habe ich einen "Gripmaster", also einen Expander. Der bewährt sich jetzt auch prima fürs Motorradfahren. Damit kann ich an der "Kupplungshand" üben, damit es dann beim Fahren leichter geht mit dem Kupplung ziehen.


Donnerstag, 24. April 2014

Das Abenteuer beginnt... Teil 1

Am Mittwoch, dem 23.04.2014 ist es so weit. Ich habe google genug Löcher in den Bauch gefragt, und habe Internetseiten von Fahrschulen gewälzt noch und nöcher. Übrig geblieben ist genau eine, nämlich die, deren Seite am besten und umfangreichsten aufgebaut ist. Auf der Seite habe ich auch gesehen, daß es für mich völliger Quatsch ist, den A2- Schein zu machen. Ich bin etwas über 25 und der A- Schein kostet genau das selbe und ich muss die selben Stunden nehmen. Und ich habe dann anschließend freie Auswahl das Motorrad betreffend. Morgen fahre ich mit Tom für ein paar Tage nach Hamburg und ich habe heute Nachmittag ein paar Stunden noch Zeit. Also mache ich mich auf den Weg zur Fahrschule um mir die mal anzusehen. Das gute an dieser Fahrschule ist nämlich auch, daß sie tagsüber Bürozeiten haben und der Unterricht zu humanen Zeiten stattfinden wird. Im Büro empfängt mich Claudia Baroli, die Chefin, fröhlich und freundlich und beantwortet mir alle Fragen. Wir gehen raus zu den Maschinen und ich darf mich auf "meine" zukünftige Fahrschulmaschine schon mal draufsetzen. Es ist klar, hier werde ich meine Motorradkarriere starten und nirgends anders!
Ich könnte gleich am Sonnabend mit der Theorie beginnen, aber da bin ich noch auf dem Rückweg von Hamburg und so werde ich also erst in der Woche drauf richtig loslegen.
Claudia gibt mir einen Umschlag mit, mit den Zugangsdaten für die Fahrschulbögen. Die sind nämlich mittlerweile papierlos und finden nur noch im Rechner statt. Es gibt auch eine App zum herunterladen für das iPad und die möchte ich nutzen.
Als ich vom Hof fahre ist es wieder mal so ein Moment, den ich kaum fassen kann. Ich habe mich zur Fahrstunde angemeldet! Das ist schon so ein bisschen wie ein "Point of no return". Ab jetzt gilt's. War es bislang noch mehr ein Gedankenspiel, was man alles machen könnte wenn und wohin man dann fahren könnte und mit was, so ist es jetzt konkret geworden.
Ich bin schon ganz schön aufgeregt. Aber auch stolz, daß ich es durchziehen werde!

Donnerstag, 3. April 2014

Papier ist geduldig - und ich?

Ein paar Tage später stehe ich also in Hechtsheim beim Kawa Händler und schaue mir eine KLX 250 an. Ich setze mich darauf und bin schwer beeindruckt. Ich habe vorher in meinem Leben nur ein einziges Mal auf einem Motorrad gesessen, allerdings auch auf keinem fahrenden, sondern das war auf einer Messe, auf der ich beruflich zu tun hatte. Aus gleichem Grund hatte ich auch schon mal auf einer Schwalbe hinten drauf gesessen und hatte das Gefühl - der Fahrer kann kaum 50 gefahren sein - wir heben gleich ab.
Die KLX passt von der Höhe ganz fabelhaft, sinkt aber hinten ziemlich tief ein. Ich bedanke mich und nehme ein paar Prospekte mit. Wo ich grad in Hechtsheim bin, schaue ich mich auch gleich bei Polo um, denn ich werde ja um Schutzkleidung nicht herum kommen. Dort nehme ich auch gleich den druckfrischen Katalog mit und am nächsten Tag sehe ich mir Louis in Weisenau an. Auch von dort bringe ich ein ansehnliches Stück Papier mit nach Hause.
Danach setzt eine kleine Pause ein, ich muss ein paar Tage im Krankenhaus verbringen und habe somit Zeit. Die ich mit entsprechenden Zeitschriften mir vertreibe. Ich bin danach erst einmal eine Weile krank geschrieben und habe somit Gelegenheit mich weiter zu kümmern. Ich besuche also den BMW Händler in Wiesbaden Schierstein und den Yamaha Händler in Gau Algesheim.Von beiden bringe ich wieder Papier mit. Bei Tullius in Schierstein sitze ich nacheinander auf der G650GS und der F800GS. Ich hatte eigentlich nach der "Sertao" gefragt, aber die ist nicht verfügbar. Die normale 650er ist mir viel zu niedrig und die 800er ist einfach toll. Ich bin total aus dem Häuschen. Das Ding ist so schwer, aber fühlt sich gar nicht so an. Im Gegenteil, ich sitze bequem darauf und komme überall gut dran und fühle mich wie sonstwas. Mühsam lausche ich dem, was der Verkäufer dazu erzählt. Und die Farbe von dem Ding - sagenhaft! Ich sitze da drauf und grinse vermutlich blöd vor mich hin...
Kurze Zeit später, bei Wolf in Gau Algesheim, sitze ich auf der Ténéré, der XT660Z. Von der Höhe, es ist die ABS Version, würde das auch noch gehen. Was ich aber im Laufe der halben Stunde, die ich auf der Maschine verbringe, feststelle, ich sitze nicht annähernd so bequem darauf, wie vorhin auf der 800er BMW.  Der Tank ist für mich und meine Anatomie viel zu wuchtig. Das reißt mich fast auseinander. Dafür bin ich vom Cockpit restlos begeistert. Es ist ideal positioniert und zeigt die Geschwindigkeit digital an und die Drehzahl mit einem herkömmlichen Zeigerinstrument.
An dem Tag habe ich schon wieder eine Menge gelernt. Ich habe nun schon einen Eindruck, wie unterschiedlich Motorräder sein können.

Mittlerweile habe ich mir auch ein Buch zugelegt, in dem ich eifrig lese, es heißt "Perfekt Motorradfahren". Mir wird von Zeit zu Zeit etwas mulmig im Bauch, wenn ich dort Motorräder mit dem Hinterrad in der Luft sehe und lese was alles zu beachten ist und was alles gleichzeitig zu bedienen ist und so weiter.
Das soll ich also auch machen und können? Oh je!
Aber - nichts desto Trotz, mein Wille ist da, ich will Motorradfahren lernen!
Erst mal aber kaufe ich mir lieber noch eine Zeitung...





Samstag, 18. Januar 2014

Des kaun doch noch ned ollas gwesen sein...

Des kaun do no ned ollas gwesen sein,
do wor do no wos, des was i ganz genau,
z'erst kummst auf die Welt
und dann sollst wieder geh'
grad dann, wannst glaubst
es fangt erst ollas an.

Des kaund do no ned ollas gwesen sein,
na, na des kaun i afoch ned glaubn,
oder sollt' i vielleicht
oder sollt' i vielleicht
zum leb'n vergessen hab'n?

So schrieb und sang zumindest Georg Danzer dereinst.


"Du willst was??"
Tom und Martina lassen ihr Besteck sinken. Zwei Paar Augen schauen mich ungläubig an, als hätte ich eben verkündet, mich das nächste Mal auf die Stelle des Amerikanischen Präsidenten zu bewerben. "Du willst was??" - "Motorrad fahren und mit dem Motorrad verreisen." verkünde ich fröhlich.
"Aber Du kannst doch gar nicht Motorrad fahren" wirft Martina ein und Tom legt nach "Und Du hast uns doch noch erzählt, für wie gefährlich Du das hälst. - Ist da diese Svenja dran schuld?"
"Das kann man lernen!" gebe ich schnippisch an Martina zurück und Tom antworte ich "Ja, da ist Svenja dran schuld. Mit dran schuld. Denn, ich habe schon lange an so etwas herumüberlegt. Anfang der 90er habe ich schon mal mit einer kleinen orangenen Harley, die ich in Biebrich im Schaufenster beim Händler habe stehen sehen geliebäugelt und später dann wollte ich mal mit der Schwalbe durch Deutschland touren und fotografieren und so. Ich hatte mir schon Bücher zur Schwalbe zugeleget, ... " erkläre ich, jetzt bekomme ich wieder Oberwasser - "...aber es dann daraufhin gelassen, da ich nicht großartig schrauben kann. Ich bin zwar vor einem Schraubenzieher nicht bange, aber das war mir dann doch eine Nummer zu groß." Ich umreiße kurz meinen neuen Plan und erzähle wie es zu dem Entschluss gekommen ist. Ich hatte immer, wenn ich Bereitschaft hatte, vor meinem Tablet gesessen und gelesen. Dabei bin ich irgendwann mal im Netz auf die Seite von Svenja  gestossen und da hat es mich nicht mehr losgelassen. Und nun hat sich also ein klarer Gedanke formiert: Ich will einen Führerschein für so ein Ding machen und Motorrad fahren!
Ich fühle mich in keiner Midlife - Crisis, oder fühle mich einer plötzlichen Sinnsuche für mein Leben verpflichtet, aber ich glaube daß das eine ungeheuere Bereicherung sein wird. Ich möchte also reisen, fotografieren, auf kleinen Strassen über Land ziehen und anhalten wann und wo es mir passt. Und ich möchte das mit dem Motorrad tun!
Also, bitte!